Mit Kindern über Krankheit reden

by  Maya Risch
NBeraterin für Familien,
Eltern und Paare

Wenn jemand in der Familie oder im engeren Freundeskreis schwer erkrankt, zum Beispiel an Krebs, betrifft das auch das Leben von Kindern, die mit diesen Personen in engem Kontakt sind.

Sie stellen sich Fragen, müssen mit verschiedenen neuen Lebensumständen klarkommen und verstehen dabei oft nicht so ganz, was los ist. 


Manchmal sprechen Angehörigen nicht mit den Kindern oder dem Kind, weil sie diese/s nicht belasten wollen. Für mich ist klar, dass Kinder feinfühlige Wesen mit viel Fantasie sind und Belastungen auch dann spüren, wenn wir diese nicht aussprechen. 


Unausgesprochene Belastungen ohne Worte hängen dann schwer in der Luft und auf dem Kind. Es macht sich dann eigene Vorstellungen und oft denken Kinder, dass die Schwere in der Luft etwas mit ihnen zu tun haben und fühlen schuldig an dem was da ist oder verantwortlich, etwas daran zu ändern, ohne zu wissen, was und wie. Sie fühlen sich also auch hilflos. 


Darum finde ich es enorm wichtig, Worte zu finden für die aktuelle Situation und diese dem nach Alter des Kindes zu richten. Ein Einstieg in ein Gespräch könnte zum Beispiel so aussehen: 


«Ich möchte heute mit dir/euch darüber sprechen, was sich bei uns gerade verändert in der Familie und warum das so ist. Es fällt mir schwer, Worte zu finden….» (Hier die Krankheit mit Namen nennen und ein paar Sätze dazu, was das bedeutet.)


«Ich möchte, dass du weisst, dass das nichts mit dir/euch zu tun hat, dass ich (oder die entsprechende Person) an Krebs erkrankt bin und ich kümmere mich darum, dass wir Hilfe finden.»


«Wir werden immer wieder mit euch sprechen und euch sagen, was gerade los ist. Du darfst mich jederzeit Fragen, wenn du etwas zur Krankheit oder zu dem was du sonst nicht verstehst, fragen willst» 


Auch wenn Erwachsene beim sprechen weinen müssen ist das in Ordnung. Dabei ist es immer wichtig zu signalisieren und/oder auszusprechen, dass sie sich um sich kümmern und das Kind somit aus der Verantwortung (auch aus der emotionalen) entlassen. 


Damit Kinder auch wirklich Fragen stellen, brauchen sie einen Raum, den der/die Erwachsene dafür öffnet, z.B. beim ins Bett bringen oder einmal in der Woche bei einer Tasse heisser Schokolade. 


Manchmal verhalten sich Kinder in einer belastenden Situation aggressiv oder ziehen sich zurück, werden still oder anderes. Diese Signale sind Teil ihrer Sprache. Auch wenn es nicht leicht ist für Erwachsene, dies wahrzunehmen, weil sie gerade selber nicht weiter wissen, ist das für Kinder sehr wesentlich und entlastend. 


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