Resilienz

Ein ganzheitlicher Blick aus der Naturheilkunde

by Alma Sehic

Naturheilpraktikerin TEN, Drogistin EFZ, ehemalige Tumorpatienin

Eine Krebsdiagnose verändert alles. Sie bringt Unsicherheit, Angst, körperliche Herausforderungen und emotionale Erschöpfung mit sich, nicht nur für Betroffene selbst, sondern auch für Angehörige, Freunde und Wegbegleiter. Gerade in dieser Zeit wird Resilienz, also die innere Widerstandskraft, zu einer wichtigen Ressource.

Resilienz bedeutet nicht, immer stark zu sein oder keine Angst zu haben.

Sie bedeutet vielmehr, trotz Belastung wieder Halt zu finden, sich anzupassen und Schritt für Schritt den eigenen Weg weiterzugehen. Orte wie die Insel für Krebsbetroffene schaffen dafür einen geschützten Raum, zum Auftanken, Austauschen und Sein.

Resilienz ist nährbar

Als Drogistin und Naturheilpraktikerin TEN erlebe ich in meiner täglichen Arbeit, dass Resilienz kein abstraktes Konzept ist. 

Sie zeigt sich im Alltag: 

  • im bewussten Atemzug
  • im liebevollen Umgang mit dem eigenen Körper
  • in kleinen Ritualen 
  • in der Unterstützung durch die Natur


Naturheilkunde kann Resilienz nicht „machen“, aber sie kann sanft begleiten, stabilisieren und stärken, körperlich wie seelisch.


Heilpflanzen als leise Begleiter

Heilpflanzen wirken nicht nur auf Symptome, sondern oft auch auf das emotionale Gleichgewicht. Gerade in belastenden Zeiten können sie wie stille Verbündete sein.


Bewährte Heilpflanzen zur Unterstützung der Resilienz:

  • Melisse beruhigt bei innerer Unruhe und fördert die Entspannung.
  • Lavendel gleicht das Nervensystem aus, auch als Duft sehr gut geeignet.
  • Hafer stärkt bei Erschöpfung und hilft bei Nervosität.
  • Rosenblüten tröstet und wirkt herzöffnend.
  • Passionsblume unterstützt den Körper bei Angst und gedanklichem Kreisen.


Die Anwendung kann als Tee, Tinktur oder Duft erfolgen, stets individuell angepasst und begleitend zur schulmedizinischen Therapie.


Ernährung als Quelle von Stabilität

Essen ist mehr als Nährstoffzufuhr, es ist Fürsorge. Gerade bei Krebs kann der Zugang zur Ernährung herausfordernd sein. Umso wichtiger ist eine sanfte, nährende und druckfreie Ernährung

Resilienzfördernde Ernährungsimpulse:

  • warme, leicht verdauliche Speisen wie Suppen oder Eintöpfe
  • eiweissreiche Lebensmittel zur Unterstützung der Regeneration
  • hochwertige Fette (z. B. Olivenöl, Leinöl, Nüsse)
  • Bitterstoffe zur Unterstützung von Verdauung und Stoffwechsel
  • buntes Gemüse für sekundäre Pflanzenstoffe


Nicht Perfektion stärkt, sondern Achtsamkeit und Wohlwollen gegenüber dem eigenen Körper.


Übung für innere Resilienz

Diese Übung kann jederzeit durchgeführt werden im Sitzen, Liegen oder auch im Freien. Sie dauert nur wenige Minuten.

Ankommen – Atem – Verbindung

  1. Lege eine Hand auf dein Herz oder deinen Bauch.
  2. Schließe, wenn es angenehm ist, die Augen.
  3. Atme langsam durch die Nase ein und durch den Mund aus.
  4. Stelle dir vor, dass du mit jedem Einatmen Ruhe aufnimmst.
  5. Mit jedem Ausatmen darf ein wenig Anspannung gehen.
  6. Sage dir innerlich (oder leise):
    „Ich darf jetzt hier sein. Ich bin getragen.“
  7. Bleibe für 3–5 Atemzüge in diesem Gefühl.

Diese Übung kann täglich wiederholt werden, sie ist ein kleines Ritual, welche Sicherheit und Verbindung schenkt.


Angehörige nicht vergessen

Auch Angehörige und Freunde tragen viel, oft still. 

Resilienz bedeutet hier, die eigene Kraft zu schützen, Grenzen wahrzunehmen und sich selbst Mitgefühl zu schenken. Kleine Pausen sind kein Luxus, sondern notwendig.


Resilienz wächst im Miteinander

Resilienz entsteht nicht im Alleingang. 

Sie wächst im Kontakt mit Menschen, mit der Natur und mit sich selbst. 

Die Verbindung von Schulmedizin und Naturheilkunde kann dabei eine wertvolle Ergänzung sein.

Die Insel für Krebsbetroffene ist ein Ort, an dem Raum für all das ist: Für Stille, Austausch, Hoffnung und neue Kraft.

Resilienz heisst nicht, unverwundbar zu sein,
sondern sich immer wieder dem Leben zuzuwenden.


Herzlich

Alma

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